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bilddateien.de - alles, was mich fotografisch bewegt - Bernhard Albicker

Ist APS-C tot?

veröffentlicht am 08.08.2019

Ausgelöst durch die Bemerkung

Die Auslieferungen sind rückläufig (94,6), der Wert der Ware nimmt jedoch zu (105,5). Der Trend geht übrigens nicht nur weg von DSLR hin zu Spiegellos, sondern auch vom Halb- zum Vollformat. Laut CIPA ist die Anzahl der ausgelieferten Objektive für Kameras mit einem kleinen Sensor gesunken (89,1), für Kameras mit Kleinbildsensor oder größer aber gestiegen (110,2).

auf der Seite “Photoscala” im Januar diesen Jahres und nach meiner eigenen Auswertung im März zu den Kameraverkaufszahlen habe ich inzwischen auch ein paar Betrachtungen zu den Wechselobjektiven angestellt - die ggf. auch den einen oder anderen Rückschluß auf die Kameraformate zulassen (mit aller Vorsicht bei der dünnen Datenlage).

N.B.: Die Aussage zum Trend zu Spiegellos wurde bereits im Mai wieder relativiert:

Und damit nicht genug: Auch die Spiegellosen bekommen einen Dämpfer, die Anzahl der ausgelieferten Kameras ist auf rund 90 Prozent des Vorjahreswerts zurückgegangen.

Objektiv-Verschiffungszahlen:

Zunächst hier die rohen Zahlen, wie sie von der CIPA (Camera & Imaging Products Association) erfasst und veröffentlicht werden:

Zahlen weltweit

Objektiv-Verschiffungszahlen weltweit Die Zahlen zeigen dieselbe Spitze im Jahre 2012 wie sie von den Kameraverkaufszahlen her bekannt ist. Weiters ist interessant, daß der steile Anstieg davor wie der ebenso steile Abfall danach i. W. auf das Konto der APS- (und kleiner)Zooms geht, es sich also wohl i. W. um Kitlinsen handelt, die mit den Kameras verkauft wurden. Demgegenüber liegen die Verkaufszahlen der Festbrennweiten unabhängig vom Sensorformat sowie der Vollformat-Zooms auch nach dem Maximum auf vergleichsweise konstantem Niveau.

Objektiv-Durchschnittspreise weltweit An dieser Stelle gibt es wenig Überraschendes: Vollformat-Objektive sind nun mal teuerer, in der Regel aus zwei Gründen: soliderer mechanischer Aufbau und größere, weil lichtstärkere Linsen. Die kleinen Objektive drücken aufgrund ihrer großen Zahl den Durchschnittspreis erheblich.

Zahlen für Europa

Objektiv-Verschiffungszahlen Europa Die Verschiffungszahlen nach Europa zeigen prinzipiell ähnliche Verläufe wie die weltweiten Zahlen: hohe Spitze bei den “kleinen Kit-Zooms”, vergleichsweise flache Verläufe bei Festbrennweiten und Vollformat-Zooms.

Objektiv-Durchschnittspreise Europa Es gilt hier das schon bei den weltweiten Zahlen Geschriebene.

Weitergehende Überlegungen, Zusammenhang zum Kameraverkauf

Bei genauer Betrachtung zeigen die Vollformat-Objektive eine “Delle” in den Jahren 2004 - 2008, in dieser Zeit waren auch digitale Profi-Kameras wie z. B. die Nikon D1 und D2 mit APS-C-Sensoren ausgestattet (Die D3 als erste Vollformat-Kamera des Herstellers kam im November 2007 auf den Markt).
Logischerweise beginnen in dieser Zeit die Verkäufe von APS-C-Objektiven. Da die Marktführer Canon und Nikon aber alsbald zum Vollformat wechselten, deutet insbesondere der Anstieg im Bereich der Festbrennweiten und dessen stabiles Niveau ab 2010 darauf hin, daß die sich in dieser Zeit am Markt etablierten Olympus OM-D-Modelle (µFT) sowie Fuji (APS-C) eine zwar kleine, aber stabile Käuferschicht für sich gewinnen konnten.

Meine Schlußfolgerungen

… ohne Anspruch auf die letzte Wahrheit … 😄
Mir scheint es, also ob nach dem Segment der Kompakt-Kameras nun auch das klassische Konsumer-DSLR-Segment sich im Tiefflug befindet - in den Zahlen repräsentiert durch die APS-C - Zooms als Kitlinsen. Demgegenüber scheinen sich die eher gehobenen Modelle sowohl im Vollformat- als auch im Bereich der kleineren Sensor-Formate noch relativ stabil zu halten. Ein Trend zu höheren Preisen für die Objektive der kleineren Formate insbesondere im europäischen Markt ist seit 2012 jedenfalls zu erkennen, nachdem diese davor steil gefallen sind.

Die Zukunft wird zeigen, ob meine Vermutung richtig ist, daß die Zahl derjenigen, die noch eine “echte Kamera” benutzen, weiter abnehmen wird (Trend hin zum Taschenspion à la Smartphone). Damit würde dann das Angebot an sog. “Einsteiger-Kameras” weiter abnehmen und die Preise insgesamt steigen.

Warten wir’s ab …

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