darktable 5.6 erschienen - Maschinelles Lernen
veröffentlicht am 21.06.2026 in * PROGRAMME * SOFTWARE *
Inhaltsverzeichnis
darktable 5.6 bringt vor allem spürbare Verbesserungen im fotografischen Alltag. Die neue Version arbeitet flüssiger mit hochauflösenden Bildern, bietet übersichtlichere Vorschauen und erleichtert den Bildvergleich durch eine zweite, fixierbare Ansicht.
Erstmals hält optional auch KI Einzug: Wer möchte, kann Motive per Klick automatisch maskieren sowie Rauschen reduzieren oder Bilder hochwertig vergrößern lassen. Diese Funktionen sind bewusst abschaltbar.
Mehr dazu in diesem Grundlagenartikel: Maschinelles Lernen und Generative KI in der Bildbearbeitung.
Dazu kommen harmonischere Farbwerkzeuge, mehr Tastenkürzel, Touchpad‑Gesten und zahlreiche Detailverbesserungen in der Bedienung.
Und hier nun wie gewohnt die übersetzten und illustrierten Release Notes
Seit darktable 5.4 gab es:
- 1.546 Commits in darktable und rawspeed
- 699 bearbeitete Pull Requests
- 63 geschlossene Issues
Die großen Neuerungen
Im Folgenden findet sich eine Zusammenfassung der wichtigsten Funktionen, die zu darktable 5.6 hinzugefügt wurden. Weitere Details zu den einzelnen Änderungen sind im Benutzerhandbuch (sofern verfügbar) beschrieben.
Optionales KI-Subsystem
Ein optionales KI-Subsystem wurde hinzugefügt (Kompilierung mit -DUSE_AI=ON). Die KI-Funktionen sind standardmäßig deaktiviert und können in den Einstellungen aktiviert werden, ohne dass ein Neustart erforderlich ist. Solange die Funktionen deaktiviert bleiben, werden keine ONNX-Runtime-Bibliotheken geladen und es finden keine KI-bezogenen Aktivitäten statt. Modelle werden aus einem konfigurierbaren Repository heruntergeladen und über die KI-Einstellungen verwaltet.

GPU-Beschleunigung für KI-Funktionen
Für Linux und Windows wurden Installationsskripte hinzugefügt, die die GPU-Beschleunigung für die neuen KI-Funktionen einrichten. Die Skripte erkennen automatisch den GPU-Hersteller (NVIDIA, AMD oder Intel) und installieren die passende Laufzeitumgebung.
Die Skripte können entweder aus einer lokalen Quellcode-Kopie ausgeführt oder mit einem einzigen Online-Befehl heruntergeladen und gestartet werden. Details hierzu sind auf der Seite „GPU Acceleration“ des Benutzerhandbuchs beschrieben. Für macOS sowie die meisten Windows-Installationen ist keine zusätzliche Aktion erforderlich, da die GPU-Unterstützung bereits enthalten ist.
KI-Objektmasken
Im Masken-Manager der Dunkelkammer wurde ein Werkzeug für KI-gestützte Objektmasken eingeführt. Es verwendet die Modelle SAM2.1 oder SegNext zur interaktiven Objekterkennung.

Durch Anklicken eines Objekts kann eine präzise Maske erzeugt werden. Es werden sowohl Vordergrund- als auch Hintergrund-Markierungspunkte unterstützt. Die Verfeinerung erfolgt iterativ.
Der Encoder wird nur einmal pro Bild ausgeführt und kann über das KI-Backend GPU-beschleunigt arbeiten. Anschließend erzeugt ein leichtgewichtiger Decoder die Masken interaktiv. Jeder weitere Klick verbessert die Maskengenauigkeit zusätzlich. Optional kann eine DenseCRF-Verfeinerung verwendet werden, um saubere und kantenbewusste Begrenzungen zu erzeugen.
Die erzeugte Maske kann außerdem als PNG-Datei exportiert werden, um sie im Modul „Externe Rastermasken“ weiterzuverwenden, wenn feinere Kantendetails benötigt werden als durch die Vektormaske bereitgestellt werden können.
Modul „AI-Wiederherstellung“
Ein neues Modul mit der Bezeichnung AI-Wiederherstelllung wurde in die Seitenleiste von Leuchttisch und Dunkelkammer integriert. Es unterstützt drei KI-basierte Aufgaben:
- RAW-Entrauschen
- Bildentrauschen
- Hochskalieren
Standardmäßig werden folgende Modelle verwendet:
- NIND UNet (Entrauschen)
- RawNIND UtNet2 (RAW-Entrauschen)
- RealPLKSR 2x/4x (Hochskalieren)
Alle Modelle werden über das ONNX-Backend ausgeführt. Zusätzlich können weitere Modelle wie NAFNet oder BSRGAN aus dem Modell-Repository installiert werden. Zu den Funktionen gehören:
- Interaktive Vorher-/Nachher-Vorschau
- Bereichsauswahl
- Stärkeregler für die Wirkung
- Stapelverarbeitung
- Gekachelte Inferenz
- Automatischer Reimport erzeugter Bilder
- Übernahme von Gruppierungen und Tags vom Ursprungsbild.
RAW-Entrauschen erzeugt DNG-Dateien (CFA Bayer oder LinearRaw), während Bildentrauschen und Hochskalieren TIFF-Dateien mit eingebettetem ICC-Profil erzeugen.
Falls eine GPU-Ausführung fehlschlägt (beispielsweise aufgrund von Speichermangel oder eines nicht unterstützten Operators), erfolgt automatisch ein Rückfall auf die CPU-Ausführung.
Ein Beispiel
Hier ein paar Screenshots zum “RAW-Entrauschen”:
-
Nach dem Laden des Modells gibt es diese grundlegenden Informationen:

-
Das Modul findet sich in der Dunkelkammer in der linken Modulleiste:
Ein Klick in das Vorschaufenster startet die Bildanalyse mit Erstellung einer Vorschau. -
Die Vorschau wird auch in einem freien zusätzlichen Fenster in 200%-Darstellung angeboten zur genaueren Beurteilung

-
Als Abschluss die Gegenüberstellung des Bildes in herkömmlicher Bearbeitung (links) im Vergleich zu einer Bearbeitung unter Nutzung der Funktion “RAW-Entrauschen” des Moduls AI-Wiederherstellung (rechts):

- in der linken herkömmlichen Bearbeitung habe ich mit mehreren Instanzen des Moduls “Entrauschen (Profil)” versucht, das Rauschen (ISO 1600) soweit wie möglich zu reduzieren, ohne die Federstruktur zu beeinträchtigen.
- in der rechten Bearbeitung mit der KI-Funktion kam lediglich eine Instanz des Moduls “Astrophotografie-Entrauschen” mit dezenten Einstellungen zum Einsatz, zudem habe ich im Modul “Entrastern” die neue Funktion (darktable 5.4) “Aufnahmeschärfung” aktiviert.
(Und nebenbei kommt hier zum Vorschein, daß eine leichte chromatische Abberation auch noch zu entfernen wäre …)
Einführung des Moduls “Farbharmonie”
zur Anwendung von Farb‑Harmonie‑ Korrekturen im UCS‑Farbraum. Farbtöne werden dabei in Richtung einer gewählten Harmoniestruktur (komplementär, gesplittet‑komplementär, triadisch, tetradisch usw.) rotiert. Die Sättigung der Zielfarben ist regelbar. Zusätzlich werden benutzerdefinierte Harmonien mit beliebig vielen Ankerpunkten und Winkeln unterstützt. Optionen zur Steuerung der Intensität, zum Schutz neutraler Farben sowie zur Glättung harter Übergänge mittels Gauß‑Filter sind vorhanden. Das Modul kann mit dem Vektorskop im RYB‑Modus synchronisiert werden; Harmonien und Rotationswinkel lassen sich direkt dort steuern. CPU‑ und OpenCL‑ Implementierungen stehen zur Verfügung.

Benutzeroberflächen- und Bedienungsverbesserungen
Zuschneiden
Im Zuschneiden-Modul wird das Seitenverhältnis des Zuschnitts nun zusätzlich in der Vorschau des Zuschneidebereichs angezeigt.

Zweites Dunkelkammerfenster
- Es wurde die Möglichkeit hinzugefügt, beliebige Bilder aus dem Filmstreifen im zweiten Dunkelkammerfenster anzuheften.
- Bilder können direkt im zweiten Fenster, per Drag & Drop aus dem Filmstreifen oder über Tastenkürzel angeheftet werden. Hierfür wurden zwei neue Aktionen eingeführt:
- Angehefteten Status des aktuell bearbeiteten Bildes umschalten
- Aktuelles Bild in der zweiten Ansicht anheften
Farbpipette
Zwischen Punkt- und Bereichs-Farbpipette kann nun direkt auf der Arbeitsfläche durch einen einfachen Strg-Klick umgeschaltet werden.
Sammlungen
- Beim Verschieben von Bildern aus einer Sammlung erfolgt ein automatischer Wechsel zur Zielsammlung nur dann, wenn während des Vorgangs nicht manuell zu einer anderen Sammlung gewechselt wurde und die aktuelle Sammlung anschließend leer ist.
- Beim Kopieren von Bildern aus einer Sammlung erfolgt der automatische Wechsel zur Zielsammlung nur dann, wenn während des Kopiervorgangs keine andere Sammlung manuell ausgewählt wurde.
Farbkalibrierung
- Im Modul Farbkalibrierung wird der Kalibrierungsrahmen nun anhand des aktuell sichtbaren Begrenzungsbereichs initialisiert.
- Wenn bereits eine Vergrößerung aktiv ist, bleibt der gesamte Kalibrierungsbereich sichtbar, sodass kein Herauszoomen erforderlich ist.
Bedienungselemente
- Der Hintergrund von Schiebereglern wurde abgedunkelt, um den Kontrast zu erhöhen und die Unterscheidung von anderen Beschriftungen zu erleichtern.
- Für Bedienelemente in den Seitenleisten wurde ein kompakter Darstellungsmodus eingeführt. Dieser ist standardmäßig deaktiviert und kann in den diversen Oberflächeneinstellungen aktiviert werden.
Neue kombinierte Histogrammanzeige
Eine neue kombinierte Anzeige wurde hinzugefügt, die gleichzeitig Waveform und Vektorskop darstellt. Dadurch wird eine gleichzeitige Beurteilung von Helligkeits- und Farbinformationen eines Bildes ermöglicht.

Hochauflösende Vorschaubilder
- In der Leuchttischansicht können nun Vorschaubilder und Vollbildvorschauen mit höherer Auflösung (6K oder 8K) erzeugt und zwischengespeichert werden.
- Bisher wurden auf Monitoren mit mehr als 4K-Auflösung zunächst Vollauflösungsvorschauen gerendert und anschließend herunterskaliert.
- Die höher aufgelösten Vorschauen führen insbesondere bei Bildern mit sehr hoher Megapixelzahl zu flüssigeren Zoomvorgängen.
Verbesserte Dunkelkammer-Vorschau
Die Auflösung der Vorschau in der Dunkelkammer wurde von 720 × 450 Pixeln auf 1440 × 900 Pixel erhöht. Dadurch stehen hochwertigere Daten für verschiedene Funktionen wie Bereichsanzeigen (Scopes) und die Farbpipette zur Verfügung.
Wayland und KDE
Unter Wayland auf KDE-ähnlichen Systemen wird nun das offizielle darktable-Symbol verwendet. Zuvor wurde häufig ein generisches Fenstersymbol angezeigt.
Fensterdekorationen
- Wenn der Fenstermanager serverseitige Fensterdekorationen (SSD) unterstützt, werden diese nun verwendet, um ein einheitliches Erscheinungsbild mit anderen Anwendungen zu gewährleisten.
- Auf Systemen ohne SSD-Unterstützung (z. B. GNOME/Mutter unter Wayland) werden weiterhin clientseitige Fensterdekorationen (CSD) verwendet.
Willkommensbildschirm
- Ein neuer Willkommensbildschirm unterstützt Anwender beim ersten Start dabei, die wichtigsten Konfigurationsoptionen zu verstehen und einzurichten.
Touchpad-Gesten
- Für Dunkelkammer- und Auswahlansichten wurden Touchpad-Gesten hinzugefügt. Hierzu gehören:
- Aufziehen/Zusammenziehen zum Zoomen
- Verschieben mit zwei Fingern
- Gleichzeitiges Zoomen und Verschieben – ähnlich wie auf Smartphones – wird nun unter Linux und Windows unterstützt.
- Die Zoom-Gesten sind standardmäßig auf 100 % begrenzt. Durch zusätzliches Drücken der Strg-Taste ist ein Zoom bis 1600 % möglich.
Hinweis: Auf macOS deaktiviert diese Funktion das bisherige Scrollen zum Zoomen auf Trackpad und Magic Mouse. Das frühere Verhalten kann durch Deaktivieren der Touchpad-Gesten in den Einstellungen wiederhergestellt werden.
Tastenkürzel
- Für einige bereits vorhandene Schaltflächen in den Modulen Duplikatverwaltung, Schnappschüsse und AgX wurden Tastenkürzel hinzugefügt.
- Es wurden Tastenkürzel eingeführt, mit denen zwischen:
- Modulgruppen
- Modulen
- Modulinstanzen
gewechselt werden kann.
Filmstreifen
- Es wurde eine Konfigurationsoption hinzugefügt, mit der das automatische Zentrieren des Filmstreifens ein- oder ausgeschaltet werden kann.
- Zudem stehen neue Tastenkürzel zur Verfügung:
- Automatische Zentrierung umschalten
- Filmstreifen explizit auf das aktuelle Bild zentrieren
Aufnahmeschärfung
- Der Radius für die Aufnahmeschärfung wird nun ausschließlich anhand der zentralen 60 % des Bildes berechnet, da Objektive in diesem Bereich üblicherweise die höchste Schärfe erreichen.
- Für X-Trans-Sensoren wurde der Radius leicht erhöht, da diese Bilder tendenziell stärker weichgezeichnet erscheinen.
Tonwert-Equalizer
- Der Tonwert-Equalizer visualisiert nun auch bei älteren Bearbeitungen ungültige Kurvenzustände, die durch mathematische Einschränkungen des Solvers entstehen können.
darktable-cli
Für darktable-cli wurde die neue Kommandozeilenoption --library \<Pfad\> hinzugefügt. Dadurch kann eine library.db-Datei als Quelle für den Bearbeitungsverlauf verwendet werden, ohne dass XMP-Begleitdateien erforderlich sind. Dies ist insbesondere für Anwender nützlich, die keine XMP-Dateien verwenden.
Filmrollen-Sortierung
Den verfügbaren Sortieroptionen für Filmrollen wurden sprechende Anzeigenamen hinzugefügt.
Arbeitsbereiche
- Beim Anlegen eines neuen Arbeitsbereichs können nun die Einstellungen eines bestehenden Arbeitsbereichs als Vorlage übernommen werden. Dabei werden arbeitsbereichsspezifische Informationen wie Pfade, Beschriftungen, Sammlungshistorien und ähnliche Daten zurückgesetzt. Dadurch verwendet der neue Arbeitsbereich eine eigene Bibliotheksdatenbank anstatt die Datenbank des Vorlagen-Arbeitsbereichs weiterzuverwenden.
- Es kann ein Arbeitsbereich als Standard für den Programmstart festgelegt werden.
- Wird ein Standardarbeitsbereich festgelegt, erscheint die Auswahl beim nächsten Programmstart nicht mehr, bis die Option „Mehrere Arbeitsbereiche zulassen“ erneut aktiviert wird.
Native Mauszeiger
In der gesamten Benutzeroberfläche werden nun systemeigene Mauszeiger verwendet. Dies betrifft unter anderem:
- Wartecursor
- Handsymbol
- Fadenkreuz
- Größenänderungsgriffe
Besonders unter macOS wirkt die Darstellung dadurch konsistenter, da der frühere Uhrzeiger durch das systemübliche rotierende Ladesymbol ersetzt wurde.
Themes
Themes können ausgeklappte und eingeklappte Module nun unterschiedlich darstellen. Hierfür wurde die neue CSS-Klasse dt\_module\_expanded eingeführt.
Leistungsverbesserungen
OpenCL Guided Filter
- Die Leistung des OpenCL-basierten Guided Filters wurde durch internes Kacheln (Tiling) verbessert. Dadurch kann die Verarbeitung effizienter erfolgen, insbesondere bei größeren Bildern.
Unschärfe-Modul
- Die Leistung des Unschärfe-Moduls wurde sowohl für die CPU- als auch für die OpenCL-Ausführung deutlich verbessert.
- Besonders bei großen Radiuswerten wurden Optimierungen vorgenommen.
- Durch diese Verbesserungen konnte der maximal zulässige Radius der Gaußschen Unschärfe von 128 Pixeln auf 256 Pixel erhöht werden.
Überlagerungs- (Composite-) Modul
- Die Ausführungsgeschwindigkeit des Überlagerungsmoduls wurde erhöht.
- Zusätzlich wurde ein OpenCL-Verarbeitungspfad implementiert, wodurch GPU-Beschleunigung für dieses Modul verfügbar ist.
Pixelpipe-Verarbeitung
- Überflüssige Durchläufe der Pixelpipe werden nun vermieden. Dadurch wird die Verarbeitung in der Dunkelkammer beschleunigt.
- Ebenfalls profitieren Vorgänge beim Wechsel zwischen Bearbeitungsschritten im Verlauf (History Stack) von dieser Optimierung.
Maskenverarbeitung
- Die Effizienz der Maskenverzerrung (Mask Distort) wurde verbessert. Hierzu wurden inkrementelle Caching-Verfahren eingeführt.
- Zusätzlich wurde die Anzahl von Speicherreservierungen und Speicherfreigaben (
malloc/free) reduziert. Dadurch verringert sich der Verarbeitungsaufwand, insbesondere bei komplexen Masken und umfangreichen Bearbeitungsschritten.
Zusammenfassung
Die Leistungsverbesserungen von darktable 5.6 konzentrieren sich auf fünf Bereiche:
- Schnellere OpenCL-Filter durch internes Tiling.
- Deutlich beschleunigte Unschärfe-Berechnungen mit erweitertem Maximalradius.
- GPU-Beschleunigung und Optimierungen im Composite-Modul.
- Weniger unnötige Pixelpipe-Neuberechnungen.
- Effizientere Verarbeitung komplexer Masken durch intelligentes Caching und geringeren Speicherverwaltungsaufwand.
Weitere Änderungen (Other Changes)
Voreinstellungen für Blendenwerte
Dem Blendenbereich des Preset-Dialogs wurden zwei zusätzliche Blendenwerte hinzugefügt:
- f/0,95
- f/1,2
Canon CR3
Für Bilder im CR3-Format wurde die Unterstützung des Canon Automatic Lighting Optimizer ergänzt.
Externe Rastermasken
Für externe Rastermasken wird nun PNG-Unterstützung in 8 Bit und 16 Bit bereitgestellt.
OpenCL-Treiber
- Die OpenCL-Treiber Neo Intel und pocl wurden von der Blacklist entfernt.
- Der Treiber AMD-APP wird nun als nicht unterstützt gekennzeichnet, da AMD diesen seit etwa zehn Jahren nicht mehr offiziell unterstützt.
- Auf AMD-Systemen wird RustiCL nun gegenüber ROCm als bevorzugter OpenCL-Treiber verwendet.
Stil-Modul
- Im Stil-Modul wurde eine neue Option eingeführt, mit der die Vorschau innerhalb des Tooltips ausgeblendet werden kann.
- Zusätzlich kann die Vorschaugröße nun über eine Moduleinstellung angepasst werden. Es stehen folgende Größen zur Verfügung:
- Standard
- Groß
Debugging
Die Debugging-Option --dump-diff-pipe wurde verbessert. Dies erleichtert die Analyse und Fehlersuche insbesondere für Anwender, die sich mit OpenCL-Code und internen Verarbeitungsabläufen beschäftigen.
Vektorisierung von Rastermasken
Es wurde die Möglichkeit hinzugefügt, die im Modul Externe Rastermaske angezeigten Bitmaps zu vektorisieren. Die erzeugte Vektormaske wird anschließend als Pfadobjekt in den Masken-Manager übernommen. Danach kann sie wie jede andere Maske weiterverwendet werden.
Histogramm-Tastenkürzel
- Das bisher vorhandene, standardmäßig nicht belegte Tastenkürzel zum Durchschalten der Histogramm-Modi wurde entfernt.
- Ebenfalls entfernt wurde die Möglichkeit, über dieses Kürzel die jeweiligen Optionen innerhalb eines Histogramm-Modus durchzuschalten.
Der Hintergrund dieser Änderung besteht darin, dass die Funktion noch aus einer Zeit stammt, in der deutlich weniger Scopes vorhanden waren und diese noch nicht direkt über Tastenkürzel erreichbar waren.
Geotagging
Die maximale Anzahl von Tagen zur Korrektur fehlerhafter Kamerazeiten wurde von 99 Tagen auf 9.999 Tage erhöht. Dadurch können auch stark fehlerhafte Zeitstempel korrigiert werden.
Neue Sammlungsfilter
Für Bildduplikate wurde ein neuer Sammlungsfilter eingeführt.
Eingeschränkter Bearbeitungsmodus
Masken werden im eingeschränkten Bearbeitungsmodus nun als gestrichelte Linien direkt auf der Arbeitsfläche dargestellt. Dadurch wird eine bessere visuelle Rückmeldung ermöglicht.
Filter nach Aufnahmemonat
Für Sammlungen und Sammlungsfilter wurde eine neue Möglichkeit eingeführt, Bilder nach Aufnahmemonat zu filtern.
EXIF-Metadaten
- EXIF-Tags, die über den Metadaten-Editor ergänzt werden, werden beim Import nun direkt aus der Bilddatei eingelesen.
- Bei bereits importierten Bildern kann dies durch eine EXIF-Aktualisierung nachgeholt werden.
Anzeige aktiver Presets
Der Name des aktiven Presets wird nun in der Kopfzeile geeigneter Bibliotheksmodule angezeigt, beispielsweise:
- Import
- Export
Diese Funktion kann im Abschnitt „Verschiedenes“ der Einstellungen deaktiviert werden („Modulname automatisch aktualisieren“).
Log-Historie
In der unteren Werkzeugleiste wurde ein neuer Verlauf für Protokollmeldungen hinzugefügt.
Dadurch steht eine dauerhafte Historie aller dt\_control\_log-Meldungen zur Verfügung, beispielsweise:
- Exportfortschritt
- Bibliotheksaktualisierungen
- Warnmeldungen
Über das Sprechblasen-Symbol im unteren rechten Bereich kann eine scrollbare Übersicht geöffnet werden.
Identische, unmittelbar aufeinanderfolgende Einträge werden automatisch zusammengefasst.
Überarbeitete OpenCL-Konfiguration
- Die OpenCL-Einstellungsoberfläche wurde grundlegend überarbeitet.
- Ebenso wurden die interne Erkennung und Verwaltung von OpenCL-Geräten und Treibern modernisiert.
- Es ist nun möglich, in den Einstellungen den Modus „OpenCL Fast Mode“ zu aktivieren. Dadurch wird eine geringfügig höhere Leistung erzielt, wobei die Ergebnisse leicht von der CPU-Ausgabe abweichen können.
- Die gerätespezifischen Konfigurationsoptionen wurden aktualisiert. Einzelheiten sind der Dokumentation zu entnehmen.
- Unterstützung für atomare OpenCL-Operationen sowie OpenCL 3.x wird nun automatisch erkannt.
EXR-Export
Für den EXR-Export wurden zwei neue HTJ2K-Kompressionsoptionen hinzugefügt. Diese Optionen stehen nur dann zur Verfügung, wenn darktable gegen libopenexr 3.4 oder neuer gelinkt wurde.
AgX – Verbesserungen
Für AgX wurden zahlreiche Optimierungen vorgenommen. Das Modul wurde in darktable 5.4 hinzugefügt.
Farberhaltung
Die Standard-Farbtonerhaltung wurde in den meisten Presets auf 60 % gesetzt. Dadurch werden starke Farbverschiebungen in sehr hellen Bildbereichen reduziert.
Kontrast
- Der Standardkontrast wurde erhöht.
- Die Parameter für Toe- und Shoulder-Bereiche wurden angepasst, sodass das Verhalten stärker den Standardwerten von Sigmoid entspricht.
Neue Sigmoid-ähnliche Presets
Es wurden neue Presets hinzugefügt, deren Tonwertkurven eng an die Sigmoid-Verarbeitung angelehnt sind.
Entfernte Presets
Die sogenannten „kräftigen“-Presets wurden entfernt. Eine Ausnahme bildet die Blender-ähnliche Variante, deren Parameter weiterhin den Blender-Einstellungen folgen.
Tooltips
Die Hinweistexte für Fuß- und Schulter-Warnungen wurden hinsichtlich Verständlichkeit verbessert.
Szenenbezogene Voreinstellung
Das Preset für szenenbezogene Verarbeitung wird nicht länger ausschließlich auf HDR-Bilder angewendet.
Primärfarben-Auswahl
Die Auswahl der Primärfarben bleibt nun sichtbar, selbst wenn die Option „Anpassungen deaktivieren“ aktiviert wurde.
Nicht-RAW-Bilder
Bei Nicht-RAW-Bildern mit gammakorrigierten Daten erfolgt die anfängliche Skalierung nun im linearen Farbraum. Dadurch werden Artefakte reduziert.
Fehlerbehebungen
darktable 5.6 behebt zahlreiche Fehler in zentralen Bereichen wie Export, Masken, Farbmanagement und Stabilität. Stile werden beim Export nun korrekt angewendet, Masken verhalten sich präziser und bleiben konsistent, und Farbabweichungen sowie Probleme im Mehrschirmbetrieb wurden korrigiert. Auch Vorschauen, Geolokalisierung und die Verarbeitung von RAW-Daten wurden verbessert. Darüber hinaus sorgt eine Vielzahl an Fixes für mehr Stabilität, beseitigt Abstürze und gleicht Unterschiede zwischen CPU- und OpenCL-Verarbeitung weiter an. Näheres siehe Original-Release-Notes.
Lua-Änderungen
Darktable 5.6 bringt für Lua vor allem eine neue API-Version sowie eine stärkere Integration der Skripte in die Standardinstallation, sodass sie ohne separate Einrichtung verfügbar sind. Die Stabilität beim Start wurde durch eine neue Variable verbessert, und der Umgang mit benutzerdefinierten Metadaten wurde erweitert und abgesichert. Zusätzlich gibt es neue API-Funktionen, darunter eine umfassende KI-Schnittstelle für eigene Workflows. Ergänzt wird das Ganze durch mehrere neue mitgelieferte Skripte, die vor allem Auswahl-, Verwaltungs- und Automatisierungsfunktionen erweitern.
Genauere Informationen bitte ich den Original-Release-Notes zu entnehmen, die Neuerungen und Änderungen sind derartig umfangreich, daß sie hier den Rahmen sprengen würden.
Hinweise
Export von Metadaten
- Beim Export in die Formate AVIF, EXR, JPEG XL und XCF ist die Auswahl einzelner Metadatenfelder (beispielsweise Geokoordinaten oder Urheberinformationen) derzeit nicht möglich.
- Für diese Exportformate werden Metadaten nur dann übernommen, wenn im Exportmodul sämtliche Metadaten-Checkboxen aktiviert werden.
- Werden nicht alle Optionen ausgewählt, werden keine Metadaten in die erzeugte Datei geschrieben.
Unterstützung für macOS
- Seit Version 5.4 werden Apple-Silicon-Macs mit macOS-Versionen älter als macOS 14.0 nicht mehr unterstützt.
- Auf Intel-basierten Macs werden Versionen älter als macOS 15 ebenfalls nicht mehr unterstützt.
Geänderte Abhängigkeiten
Obligatorisch
potrace
- potrace 1.16 ist nun eine erforderliche Abhängigkeit.
Optional
ONNX Runtime
- Für die KI-Funktionen wird ONNX Runtime 1.18 oder neuer unterstützt.
libarchive
- Für das Entpacken und Verwalten von KI-Modellen kann optional libarchive verwendet werden.
Kamera-Unterstützung im Vergleich zu 5.4
Neu unterstützte Kameras (Base Support)
Für folgende Kameramodelle wurde die grundlegende RAW-Unterstützung hinzugefügt:
- Canon EOS Hi
- Fujifilm X‑T30 III (komprimierte RAW-Dateien)
- Hasselblad H4D‑40
- Hasselblad H6D‑100c
- Hasselblad X2D II 100C
- Leica M Monochrom (DNG)
- Nikon Coolpix B700 (12 Bit, unkomprimiert)
- Nikon Coolpix P1000 (12 Bit, unkomprimiert)
- Nikon Coolpix P1100 (12 Bit, unkomprimiert)
- Nikon Coolpix P950 (12 Bit, unkomprimiert)
- Nikon D2X (12 Bit, komprimiert)
- Nikon E5000 (12 Bit, unkomprimiert)
- Panasonic DC‑GF90 (4:3)
- Panasonic DC‑TZ92 (4:3)
- Panasonic DC‑TZ93 (4:3)
- Panasonic DC‑TZ96D (4:3)
- Panasonic DC‑ZS80D (4:3)
- Ricoh GR IV HDF (DNG)
- Ricoh GR IV Monochrome (DNG)
- Sony ILCE‑7M5
- Sony ILME‑FX2
Neue Weißabgleich-Voreinstellungen (White Balance Presets)
Neue Weißabgleich-Profile wurden hinzugefügt für:
- Nikon Coolpix P1100
- Nikon D2Hs
- Nikon Df
- Nikon Z f
- Ricoh GR IV
- Ricoh GR IV HDF
- Sony ILCE‑1M2
- Sony ILCE‑7CR
Neue Rauschprofile (Noise Profiles)
Neue Rauschprofile stehen zur Verfügung für:
- Canon EOS 3000D
- Canon EOS 4000D
- Canon EOS Rebel T100
- Fujifilm X‑T30 II
- Leica M9
- Nikon Coolpix P1100
- Nikon Df
- Nikon Z50 II (
Z50\_2) - Nikon Z5 II (
Z5\_2) - Panasonic DC‑S5M2
- Pentax K‑500
- Ricoh GR IV
- Ricoh GR IV HDF
- Sony ILCE‑7M5
Nicht unterstützte Kompressionsverfahren (Missing Compression Mode Support)
Für folgende RAW-Kompressionsverfahren besteht weiterhin keine Unterstützung:
- Apple ProRAW DNG
- CinemaDNG verlustfrei (Blackmagic, einige DJI-Modelle usw.)
- CinemaDNG verlustbehaftet (Blackmagic)
- DNG 1.7 mit JPEG‑XL-Kompression (Adobe Enhanced, Samsung Expert RAW)
- Verlustbehaftete Fujifilm-RAF-Dateien
- Nikon-NEF-Dateien mit High-Efficiency-Kompression
- Phase-One-Dateien außer IIQ L
- Sony ARW 4.0/5.0 verlustfrei, verkleinert („M“ bei Vollformat sowie „S“ bei Vollformat und APS‑C)
- Sony ARW 6.0 komprimiert sowie komprimiert (HQ)
Ausgesetzte Unterstützung (Suspended Support)
Die Unterstützung der folgenden Kameras bleibt ausgesetzt, da auf raw.pixls.us keine geeigneten Beispielaufnahmen verfügbar sind.
- Creo/Leaf Aptus 22 (LF3779) / Hasselblad H1
- Fujifilm IS‑1
- Kodak EasyShare Z980
- Leaf Aptus‑II 5 (LI300059) / Mamiya 645 AFD
- Leaf Credo 60
- Leaf Credo 80
- Olympus SP320
- Phase One IQ250
- ST Micro STV680
Zu guter Letzt hab ich die Release-Notes einer KI “als Futter” mit der Bitte um eine Beurteilung des Updates gegeben … bitte sehr, hier das Ergebnis:
Checkliste: Lohnt sich das Update für deinen Fotografie‑Stil?
✅ Sehr empfehlenswert, wenn du …
Porträtfotografie
- häufig mit lokalen Anpassungen (Gesicht, Hintergrund, Haut) arbeitest
- Masken bislang mühsam manuell erstellt hast
- Wert auf harmonische Farben und konsistente Serien legst
→ Pluspunkt: Objekt‑Masken per Klick, Farb‑Harmonie‑Modul
Landschaftsfotografie
- große RAWs bearbeitest
- fein über Himmel, Licht und Farben arbeitest
- auf hochauflösenden Monitoren (4K/5K/6K) arbeitest
→ Pluspunkt: flüssigere Vorschauen, bessere Zoombarkeit, neue Scopes
Low‑Light / Event / Konzert
- mit hohen ISO‑Werten kämpfst
- Rauschen reduzieren musst, ohne Details zu verlieren
→ Pluspunkt: neues Entrauschungs‑Werkzeug mit Vorher/Nachher‑Kontrolle
Studio & Serienarbeiten
- konsistente Looks brauchst
- Bilder vergleichen oder referenzieren willst
→ Pluspunkt: zweite Dunkelkammer‑Ansicht mit angeheftetem Referenzbild
Laptop‑Fotografen
- viel mobil arbeitest
- Trackpad statt Maus nutzt
→ Pluspunkt: Zoom‑ und Wischgesten direkt in der Dunkelkammer
⚖️ Neutral, wenn du …
- hauptsächlich einfache Entwicklungsschritte nutzt
- selten lokal maskierst
- mit kleineren Dateien arbeitest
- bewusst ohne KI bleiben willst
→ Das Update schadet nicht, bringt aber weniger spektakuläre Vorteile.
⛔ Weniger relevant, wenn du …
- sehr alte Kameras oder exotische RAW‑Formate nutzt
- vollständig bei klassischen, bewährten Workflows bleiben willst
- aktuell keinen Bedarf an Performance‑ oder Komfortverbesserungen hast
Kurzurteil
darktable 5.6 lohnt sich besonders für ambitionierte Fotografen, die viel mit Masken, Farben, großen Dateien oder Serien arbeiten.
Wer dagegen „nur entwickelt und exportiert“, findet ein solides Update – aber keinen zwingenden Grund zum sofortigen Umstieg.
3255 Worte - Lesezeit: 16 Minute(n)
weitere Artikel
darktable 5.4 erschienen - AgX-Tonemapper, Capture Sharpening, Arbeitsbereiche
21.12.2025 darktable 5.4 ist planmäßig zur Wintersonnenwende erschienen. Es gibt wieder neue Funktionen: ein neues Tonemapper-Modul, eine neue Schärfefunktion schon beim Entrastern, aber auch einige weitere Verbesserungen ...
darktable 5.2 erschienen - Schnappschüsse, Rastermasken, Metadaten
21.06.2025 darktable 5.2 ist planmäßig zur Sommersonnenwende erschienen. Die hier übliche deutschsprachige Übersicht konnte hier leider urlaubsbedingt nicht rechtzeitig erstellt werden.
Wellenform (Waveform) anstelle Histogramm in der Fotografie?
02.02.2025 Mit Version 5.0 wurde die Wellenform-Darstellung zur Voreinstellung in darktable gewählt. Was sagt diese Darstellung aus und wie unterscheidet sie sich vom 'normalen' Histogramm?
darktable 5.0 erschienen - Bedienoberfläche verbessert
21.12.2024 Die Winter-Ausgabe für darktable im Jahr 2024 ist erschienen - darktable 5.0 wurde heute veröffentlicht. Ein Überblick über die Änderungen ...
