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Mondfinsternis Teil II - Fototipps

veröffentlicht am 02.09.2015

Fototipps für die Mondfinsternis

Im ersten Teil habe ich die notwendige Ausrüstung angesprochen, heute geht’s um Einstellungen und mögliche Probleme.

Blende, Belichtungszeit, ISO

Ein (Voll)mond hoch am Himmel ist bei 100ASA und einer Blende 5,6 - 8 mit einer Belichtungszeit von 1125 - 1250 sec. richtig belichtet. Der Mond wird nicht als helle Scheibe, sondern strukturreich mit Details wie Kratern etc. abgebildet.

Korrekt belichteter Mond mit Details
Korrekt belichteter Mond mit Details

Das Faszinierende an einer Mondfinsternis ist das Farbenspiel in deren Verlauf. Die Farbe des Mondes wechselt von seiner natürlichen gelblich-weißen Farbe über grau nach kupferrot und zurück. Damit verbunden sind erhebliche Einbußen in der Helligkeit, die bei der Belichtung natürlich ausgeglichen werden müssen.

Je stabiler das Stativ, desto mehr kann die abnehmende Helligkeit über die Belichtungszeit ausgeglichen werden bis zu der Grenze, bei der die Bewegung des Mondes zu Unschärfen führt. Ab diesem Zeitpunkt hilft nur noch Erhöhen der ISO-Empfindlichkeit.

Für eine 16MP-APS-Kamera wie die Nikon D7000 (oder eine 36MP-Vollformatkamera wie die D800) und Brennweiten oberhalb 600mm ist diese Grenze spätestens bei 110 sec. Belichtungszeit erreicht, denn dann bewegt sich der Mond innerhalb der Belichtungszeit um eine ganze Pixelbreite (hier: 4.8µm).

Einige hilfreiche Rechner für die Mondfotografie bietet der Internetauftritt der Astronomischen Gesellschaft Urania in Wiesbaden.

Die Luft als begrenzender Faktor

Ein tiefrot gefärbter Mond knapp über dem Horizont ist ein schönes Motiv. Doch bei dem Versuch, dieses fotografisch festzuhalten, tritt ein weiterer störender Effekt (neben der Eigenbewegung des Mondes) zutage.

Mondaufgang - Mond zeigt verwaschene Details
Mondaufgang - Mond zeigt verwaschene Details

800mm Brennweite, 1/10sec. Belichtungszeit, Blende 7.1 und 800 ASA - bei diesen Daten hielt ich den Versuch, den Mond zu fotografieren, für eine “gute Simulation” einer Mondfinsternis. Die ausgefressenen Ränder und verwaschenen Konturen haben mich dann aber doch sehr enttäuscht, denn nach der oben gezeigten Rechnung hätte die Bewegung des Mondes allein noch nicht so eine Unschärfe hervorrufen dürfen.

Eine Lösung des Rätsels konnte ich dann aus einem Video erkennen, das ich versuchsweise aufgenommen habe:

Im Vollbild-Modus deutlich zu erkennen ist das “Flimmern” der aufsteigenden Warmluft (besonders am linken Mondrand und in der Mondmitte) … Mondaufgänge an “lauen Sommerabenden” zu fotografieren ist offenbar keine gute Idee ;-)

In der Astrofotografie wird dieser Effekt als das “Seeing” bezeichnet, eine gute Erläuterung findet sich auf der Webseite von Klaus Hohmann, für die Beurteilung gibt es unterschiedliche Skalen.

Christian Pinter schreibt in der Wiener Zeitung von Bildstörung am Himmel.

Schlußfolgerungen:

Was heißt das nun für die Aufnahmen einer echten Mondfinsternis?

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