Negative scannen - konventionelle Methode * bilddateien.de - alles, was mich fotografisch bewegt - Bernhard Albicker
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Negative scannen - konventionelle Methode

Die folgenden Darstellungen beruhen auf Vuescan Version 9.6.01


In diesem Tutorial werden anhand von Screenshots und Beispielbildern die Arbeitsschritte gezeigt, wie die auf der Seite über Negativfilme beschriebene Arbeitsweise praktisch umgesetzt werden kann.
Dabei wird vorausgesetzt, daß die grundsätzlichen Einstellungen bereits getätigt sind: Scanner-Typ, Scanauflösung, Speicherort, Dateiname, Dateiformat etc.

  1. Ein erster Vorschau-Scan:
    In den Standard-Einstellungen für Negativfilm würde das Ergebnis so aussehen: Vorschaubild mit Standardeinstellungen

  2. Farbabgleich auf “Handbetrieb” einstellen:
    In den nachfolgenden Schritten werden manuell einige Einstellungen getätigt, dazu wird als erstes auf der Karteikarte “Farbe” der Wert “Farbbalance” auf “Manuell” gestellt.
    Scan-Grundeinstellungen für Farbbalance und Filmtyp

  3. Korrekten Filmtyp einstellen:
    Dies geschieht ebenfalls auf der Karteikarte “Farbe” in den drei Punkten “Hersteller Negativfilm”, “Marke Negativfilm” und “Typ Negativfilm” (Emulsion, Herstellungslos etc.). Negativfilme haben im Gegensatz zu Dia-Filmen typabhängig sehr unterschiedliche Eigenschaften, die in den Entwicklungslabors durch unterschiedliche Grundeinstellungen der Gerätschaften beim Anfertigen von Abzügen berücksichtigt werden (sollten).
    Derselbe Scan nach Wahl des korrekten Filmmaterials:

    Scan nach Grundeinstellungen für den Filmtyp

  4. Belichtungsstärke des Scanners festlegen:
    Dazu wird im Vorschaumodus der Filmstreifen so gescannt, daß ein Stück unbelichter Film im Vorschaufenster sichtbar wird..
    Dies kann z. B. der Steg zwischen zwei Aufnahmen sein oder ein Stück vom Filmanfang oder -ende. Anschließend wird der Markierungsrahmen so eingestellt, daß er nur dieses Stück unbelichteten Film erfaßt wird.
    In der Karteikarte “Quelle” die Option “Belichtung halten” anwählen. Damit wird die Stärke der Scanner-Lichtquelle so eingestellt, daß an der “durchsichtigsten Stelle” des Films die lichtempfindlichen Elemente des Scanners gerade nicht übersteuert (“überbelichtet”) werden.
    Belichtungseinstellung des Scanners fixieren

  5. Filmgrundfarbe ermitteln:
    Erneuten Prescan durchführen und in der Karteikarte “Quelle” die Option “Filmgrundfarbe halten” anwählen. Farbeinstellung des Scanners fixieren
    Dabei erscheinen auf der Karteikarte “Farbe” die drei Werte für “Filmgrundfarbe rot”, “Filmgrundfarbe grün” und “Filmgrundfarbe blau”. Anzeige der Filmgrundfarben nach Abgleich der Orangemaske

    Ein Scan sieht jetzt so aus:
    Scan nach Abgleich der Orangemaske
    Die Filmgrundfarbe (Orange-Maske) ist bestimmt

  6. Neutral-Abgleich:
    (entspricht dem Punkt “Festlegung des Endpunktes” auf der Seite über Negativfilme).
    Dazu wird irgendwo auf dem Film eine Aufnahme gesucht mit einer Fläche in neutralem Grauton (idealerweise eine Graukarte) bei Mittagssonne oder Blitzlicht (wg. Farbtemperatur des Lichts), Klick mit rechter Maustaste gleicht Farbbalance ab.
    Im Beispiel hier eignen sich die kleinen weißen Häuser im Vordergrund sehr gut für diesen Zweck.
    Scan-Grundeinstellungen für Farbbalance und Filmtyp

    Dabei verändern sich auf der Karteikarte “Color” die drei Werte für “Neutral Red”, “Neutral Green” und “Neutral Blue”, dies ist abhängig von der Behandlung des Films (Lagerung, Temperatur, Entwicklungsprozeß).
    Scan nach Weißabgleich an den Häusern
    Neutralabgleich in hellen Weiß- oder Grautönen erfolgt (hier an den kleinen Häusern)

  7. Optimierung der Kontraste:
    Möglicherweise wird der resultierende Scan “flach” aussehen, dies liegt an folgender Tatsache:
    Negativ-Film besitzt einen Dichteumfang von 0:2.4 und bildet darauf einen Motiv-Intensitätsbereich von 1:4000 ab, zum Vergleich: Dia-Film besitzt einen Dichteumfang von 0:2.7 und bildet darauf einen Motiv-Intensitätsbereich von nur 1:500 ab (das ist der Grund, warum Dia-Film exakter belichtet werden muß und trotzdem bei großen Kontrasten Zeichnung in Lichtern und Schatten verliert).
    Scan-Grundeinstellungen für Farbbalance und Filmtyp
    Der sehr große erfaßte Motiv-Intensitätsbereich des Negativ-Films wirkt sich in einer flachen Übertragungskurve aus (d. h. geringerer Kontrast). Dem kann durch eine Erhöhung des Kontrastes entgegengewirkt werden, Vuescan liefert hier mit den beiden Einstellungen “Gradation hell” bzw. “Gradation dunktel” ein Werkzeug mit, mit dem man zum Beispiel durch die Anwendung einer “S”-Kurve den Kontrast im Mittenbereich anheben kann, ohne allzuviel Detailzeichnung im Bereich der Lichter und Schatten zu verlieren.

  8. Hauptscan durchführen:
    Mit diesen Einstellungen alle Bilder des Films (oder die benötigte Auswahl) scannen

    Scan als Endergebnis
    Das Endergebnis …

 

 


zuletzt geändert am: 05.01.2018