Eine Einführung in darktable für Umsteiger, ab Version 4.x
zur Startseite

Druckausgabe von https://www.bilddateien.de/
bilddateien.de

Eine Einführung in darktable für Umsteiger, ab Version 4.x

Inhaltsverzeichnis

 

Wer darktable zum ersten Mal öffnet, findet oben rechts Einträge für Leuchttisch, Dunkelkammer und weitere: dahinter verbergen sich Diashow, Drucken, Karte und Tethering. In dieser Einführung soll es um die beiden Basisfunktionen Leuchttisch und Dunkelkammer gehen.

Allgemeines

darktable-ansichten

Daraus ergibt sich diese Hierarchie: Das Gesamtprogramm gliedert sich in Ansichten (Leuchttisch, Dunkelkammer, …), diese wiederum beinhalten Module (Importieren, Sammlungen, Belichtung, Weißabgleich, …) für die jeweiligen Einzelfunktionen.

Leuchttisch

Die Module des Leuchttisches sind immer aktiv, können nach Bedarf ein- oder ausgeklappt werden. In der Mitte der Ansicht wird eine Übersicht der Bilder angezeigt.

Die Module sind gruppiert links und rechts untergebracht:

Linke Modulleiste: Import sowie Bildfilter und Bildinfos

Rechte Modulleiste: Bilder werden “behandelt”

Dunkelkammer

Module, Modulreihenfolge, Pixel-Pipeline …

Die Module der Dunkelkammer unterteilen sich in zwei Gruppen:

darktable-modulreihenfolge

In den Gruppen daneben sind die verfügbaren Module nach Funktionsgruppen sortiert aufgelistet. Das Hamburger-Menü ganz rechts ermöglicht es, das alles zu konfigurieren.
Für den Einstieg in darktable zum jetzigen Zeitpunkt, also deutlich nach Erscheinen der Versionen 3 und folgende, ist noch eines wichtig, um nicht in der Vielzahl der Module (man spricht von 70(?)) in der Dunkelkammer unterzugehen.
Lightroom hatte in der Vergangenheit wohl verschiedene Evolutionsschritte der sog. RAW-Engine durchlaufen.
Das resultiert dann in solchen Veröffentlichungen und alle plappern das nach, auch im einen oder anderen Podcast.

Ich schrieb oben: darktable ist modular aufgebaut.
Das heißt: es gibt nicht “die RAW-Engine”, sondern einzelne Module, die zusammen eben diese “RAW-Engine” bilden.
In 3.6 wurden z. B. im Modul “Entrastern” neue Algorithmen hinzugefügt, um aus dem Bayer-Sensor (oder X-Trans bei Fuji) ein RGB-Bild zu erzeugen. Das ist beispielsweise eine solche Teilfunktionalität der “RAW-Engine”.

Praxistipp: Das Modul ‘Entrastern’ ist auch ein schönes Beispiel für meine Vorgehensweise: Ich nutze die verschiedenen Einstellmöglichkeiten, um für die jeweilige Kamera eine Voreinstellung zusammenzubasteln, die mit dem spezifischen Sensor die beste Detailwiedergabe (feine Strukturen bei Vogelgefieder z. B.) bei feinkörnigstem Rauschen liefert. Das mache ich i. d. R. nur einmal und speichere die Einstellung dann ab.

Die Workflows

Ab Version 3.0 gab es eine ganze Reihe Änderungen (und neue Module) durch eine grundlegende Änderung des technischen Konzepts - das war ein gleitender Übergang, weil: ist eben modular, das darktable.

Im Kern gibt es jetzt zwei Workflows, die ich hier nur erwähne, weil die Begrifflichkeiten immer wieder vorkommen:

Technisch steht dahinter - wie gesagt - ein grundlegender Umbruch.

Der alte Workflow beruht auf dem Lab-Farbraum und ist nichtlinear (Gamma-Kurve). Das war ok in der ersten Zeit von darktable, weil die Kameras bei Weitem noch nicht den Dynamikbereich hatten wie heute, sondern der aufgenommene Helligkeitsumfang mehr oder weniger zum Monitor-Helligkeitsumfang passte.
Heute können Kameras aber 12 und mehr Lichtwerte verarbeiten, weit mehr, als es Monitore oder v. a. Druckmedien anzeigen können. Da muß der Helligkeitsumfang aus der Kamera also “zusammengestaucht” werden, das passiert am besten in der “Pipeline” der Module ganz am Schluss, nachdem vorher bei linearer Verarbeitung möglichst viel der Anpassung/Bearbeitung/Optimierung des Bildinhaltes erledigt wurde.

Das war die Geburtsstunde des Moduls “Filmic”. Der Entwickler hat sich lange mit den denistometrischen Kurven von Analogfilm auseinandergesetzt und das als Basis genommen, daher der Name.
Wichtig ist jetzt Folgendes:

Praxistipp: Um heutigen Kameras gerecht zu werden, würde ich auf die “alten” Module möglichst verzichten und gleich mit dem “neuen” Workflow starten.

Mit dieser Grundeinstellung (erreichbar über das Zahnradsymbol oben rechts allen Ansichten)

und dann dieser Auswahl in der Dunkelkammer

erhält man eine sinnvolle Vorauswahl der Module in der Dunkelkammer.

Zu den (technischen) Hintergründen des Wechsels vom anzeigebezogenen zum szenenbezogenen Workflow gibt es einen Artikel des Entwicklers (deutsche Übersetzung), da ist das Ganze mit den beiden Workflows (alt und neu) nochmal ausführlich aufgedröselt.

Noch ein Wort zu den Modulen

Wie bereits erwähnt: darktable ist modular aufgebaut.
Welche Vorteile hat das?

  1. ein Modul in der Dunkelkammer kann auch mehrfach mit unterschiedlichen Einstellungen in die “Pipeline” eingebaut werden.
    Dazu “dupliziert” man das Modul mittels des Symbols mit den zwei hintereinander liegenden Quadraten in der Kopfleiste des betreffenden Moduls:

    Das neue Modul zeigt den Namen des Moduls ergänzt um eine fortlaufende Ziffer in der Kopfleiste.

  2. praktisch jedes Modul in der Dunkelkammer kann mit Masken kombiniert verwendet werden. Diese sind über die Fußzeile erreichbar:

    v. l. n. r.:

    • aus
    • einheitliches Überblenden
    • gezeichnete Maske
    • parametrische Maske
    • Kombination aus gezeichneter und parametrischer Maske
    • Rastermaske

Mehr zu darktable?

Hier gibt es eine komplette Übersicht der Blog-Artikel zu darktable … und hier ein Tutorial für Einsteiger.

 

 

 


zuletzt geändert am: 12.02.2024 - 1060 Worte - Lesezeit: 5 Minute(n)