Scanservice oder Selberscannen? * bilddateien.de - alles, was mich fotografisch bewegt - Bernhard Albicker
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Scanservice oder Selberscannen?

Gelegentlich wird diese Frage an mich herangetragen, sie ist schwer zu beantworten, Erfahrungen diesbezüglich hab ich keine.
Mein Einstieg in das Selbstscannen hatte seinen Grund in der seit der Mitte der 90er-Jahre zunehmenden Unzufriedenheit mit der Qualität herkömmlicher Fotolabore, sodaß ich vor der Entscheidung stand, mir eine Dunkelkammer einzurichten. Die Frage war nur: chemisch oder digital.

Vielleicht hilft folgende Überlegung weiter:

Ein hochwertiger Scanner braucht für einen Sechserstreifen bei voller Qualität ca. 20…30min.
Damit käme bei -,35 cent ein Stundensatz von um EUR 6,– zusammen. Dabei handelt es sich aber um die reine Scanzeit, ohne Vorarbeiten wie Filmgrundfarbe und Weißpunkt bestimmen etc. Ich tippe daher auf vollautomatischen Betrieb bei diesen Firmen.

Zur Wiedergabequalität:

Im Allgemeinen wird für “Fotoqualität” eine Auflösung im Ausgabeformat von ca. 300dpi vorausgesetzt (weniger kritische Geister begnügen sich auch schon mit 230…250dpi). Daraus ergibt sich für ein Kleinbildnegativ und o. g. Scanner:

max. Bildlänge = 36mm * (4000dpi/300dpi) = 480mm = 48cm

ein 50cm-Bild ist also möglich. Dabei wird eine echte Belichtung auf Photopapier vorausgesetzt.
Posterausdrucke per Tintendruck sind schon bei geringeren Auflösungen möglich.

Abschließend noch eine Bemerkung:

3 Faktoren bestimmen die Bildqualität:

  1. Auflösung: Diese ist am leichtesten werbemäßig auszuschlachten, da sie sich gut quantifizieren läßt. Man beachte die Verkaufsargumente bei Scannern wie auch Digitalkameras.
  2. Dynamikbereich: schon schwerer zu quantifizieren und i. a. auch schwerer, dem Publikum begreifbar zu machen. Für mich ist es aber schon entscheidend, ob ich die Zeichnung, die in extrem dunklen und hellen Bereichen des Bildes durch den Negativfilm noch wiedergegeben wird, auch so in die Datei hinüberretten kann.
  3. Farbtreue: am allerschwersten zu quantifizieren, hat aber gelegentlich den entscheidendsten Einfluß auf die Wirkung eines Bildes.

 

Fazit: Vertrauen ist gut, selber machen ist besser. Die zweitbeste Lösung ist ein genauer Qualitätscheck eines Dienstleisters mittels einiger schwieriger Testmotive. Letztlich hängt die Entscheidung aber auch von der Menge der zu scannenden Bilder ab.

 

 


zuletzt geändert am: 01.09.2010