Das Scannen von Negativ-Filmmaterial
Inhaltsverzeichnis
…wie scanne ich ein Negativ?
…mit Know-How und der richtigen Software!!!
Hier soll also eine Arbeitsweise beschrieben werden, wie man auf praktikable Art und Weise zu farbechten und detailreichen Scans von Negativen kommt.
Detailliert ist die Arbeitsweise in einem Tutorial beschrieben.
Einleitende Vorbemerkungen
Folgende Voraussetzungen müssen für die beschriebene Arbeitsweise erfüllt sein:
- Scansoftware Vuescan von Ed Hamrick
- dazu kompatibler Filmscanner
Klassische Vorgehensweise
Die Arbeitsweise beruht auf folgendem prinzipiellen Vorgehen:
- Die Filmeigenschaften müssen sehr genau bekannt sein (dazu bringt die genannte Software von Haus aus ein umfangreiches Archiv an Filmprofilen mit, ferner können eigene nach Bedarf erzeugt werden).
- Die Filmprofile beschreiben den Verlauf der Übertragungskurve für die drei Grundfarben des Scanners. Start und Endpunkt der Kurven müssen separat für die drei Grundfarben festgelegt werden.
- Festlegung des Startpunktes: Ein unbelichteter Film hat im unbelichteten und dann entwickelten Zustand einen orangefarbenen Farbton. Dieser muß gemessen werden, legt damit die Farbe “schwarz” fest und wird im Folgenden als Filmgrundfarbe (film base color) bezeichnet.
- Festlegung des Endpunktes: Fotografiert man eine sog. Grautreppe, die alle Neutralfarben von schwarz über verschiedene Grautöne bis weiß enthält, so wird sich bei korrekter Belichtung nach der Entwicklung das schwarze Feld in der Filmgrundfarbe zeigen, während das dunkelste Feld der Farbe “weiß” entspricht und damit den Endpunkt der Übertragungskurve für die drei Grundfarben festlegt.
- Die Scansoftware hat nun die Aufgabe, aus dem bekannten Filmprofil und den gemessenen Start- und Endpunkten des Filmmaterials die in die Scan-Bilddatei abzulegenden Zahlentripel (R,G,B) für jedes Pixel des Bildes zu errechnen. “Schwarz” entspricht dabei (0,0,0), “weiß” entspricht (255,255,255) und jeder neutrale Grauwert dazwischen wird durch drei gleich große Werte zwischen 0 und 255 repräsentiert.
…wie binde ich das Scannen analogen Materials (hier: Negative) in einen “digitalen Workflow” ein?
Die Arbeitsweise bei der Verarbeitung von digitalem Bildmaterial hat sich mit dem Aufkommen von Digitalkameras und dem damit einhergehenden Umgang mit RAW-Dateien geändert. Stichwort: nicht-destruktiver Workflow.
Auch aus einem Scanner lassen sich grundsätzlich “Roh-Daten” gewinnen, diese liegen allerdings in der Regel schon als RGB-Daten vor und benötigen daher nicht das aus den Kamerasensordaten bekannte “Demosaicing” als ersten Arbeitsschritt. Im Folgenden soll gezeigt werden, wie die oben dargestellte “klassische Arbeitsweise” an die heutigen Gegebenheiten angepaßt werden kann.
Auch diese Vorgehensweise ist detailliert in einem weiteren Tutorial beschrieben.
Vorbemerkungen
Folgende Voraussetzungen müssen für die beschriebene Arbeitsweise erfüllt sein:
- Scansoftware Vuescan von Ed Hamrick
- dazu kompatibler Filmscanner
- “Workflow-Software”, die nichtdestruktive Bildbearbeitung beherrscht, wie z. B. darktable, Adobe Lightroom oder dgln.
Vorgehen
Die Arbeitsweise beruht auf folgendem prinzipiellen Vorgehen:
-
Rohscan mit Orangemaske, neutrales Licht,
- gleichmäßige Verstärkung der Farbkanäle
Es wird ein Rohscan angefertigt, d. h. aus der Scannersoftware werden die direkt vom Scanner und ohne weitere Behandlung bezogenen Daten abgespeichert.
Dieser Scan hat natürlich die bei Negativfilm charakteristische Orange-Färbung. Das Histogramm zeigt eine sehr ungleiche Verteilung der drei Farbkanäle, blau und grün bleiben weit hinter dem roten Kanal zurück.

- Rohscan mit analoger Korrektur der Farbkanäle
Bestimmte Scanner wie z. B. die der Nikon Coolscan-Serie bieten die Möglichkeit, die “Verstärkung” der drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau schon vor der eigentlichen Digitalisierung einzustellen. Damit wird die Orangemaske schon vorab weitgehend kompensiert, das Histogramm für alle drei Farbkanäle gleichmäßig ausgenutzt.


- gleichmäßige Verstärkung der Farbkanäle
-
Im zweiten Schritt werden die so erstellten Rohscans in eines der bekannten “Workflow-Software”-Programme importiert.
-
Festlegung des Startpunktes: Ein unbelichteter Film hat im unbelichteten und dann entwickelten Zustand einen orangefarbenen Farbton. Dieser muß gemessen werden, legt damit die Farbe “schwarz” fest und wird im Folgenden als Filmgrundfarbe (film base color) bezeichnet.
Das Negativ wird invertiert, dabei wird die bestimmte Filmgrundfarbe berücksichtigt. Damit wird “Schwarz” farbneutral wiedergegeben. -
Festlegung des Endpunktes: Fotografiert man eine sog. Grautreppe, die alle Neutralfarben von schwarz über verschiedene Grautöne bis weiß enthält, so wird sich bei korrekter Belichtung nach der Entwicklung das schwarze Feld in der Filmgrundfarbe zeigen, während das dunkelste Feld der Farbe “weiß” entspricht und damit den Endpunkt der Übertragungskurve für die drei Grundfarben festlegt.
Zur Bestimmung des Endpunktes wird also ein “manueller Weißabgleich” durchgeführt, wie er von der Verarbeitung von Bildern aus Digitalkameras bekannt ist. Da dies nach der Invertierung passiert, läßt sich leicht eine neutrale Fläche in einem der gescannten Bilder finden und dafür heranziehen. -
Die Scanner-Rohdaten enthalten lineare Helligkeitswerte, der Mensch nimmt Helligkeit aber nichtlinear wahr. Das invertierte Positiv wirkt damit sehr “flach” und hell. Dem muß durch eine geeignete Gradationskurve entgegen gewirkt werden.

Das so erzeugte Ergebnis ist schon auf Anhieb eine gute Ausgangsbasis, um mit dem Bild weiterzuarbeiten, ohne sich mit Fehlfarben aus dem eigentlichen Scanvorgang “rumschlagen” zu müssen.
zuletzt geändert am: 23.12.2017 - 734 Worte - Lesezeit: 4 Minute(n)
