Pro und Contra der Digitalfotografie * bilddateien.de - alles, was mich fotografisch bewegt - Bernhard Albicker
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Pro und Contra der Digitalfotografie

In der Einführungsphase der Digitalkameras mußten diese sich an ihren analogen Vorfahren messen lassen.
Die beiden Techniken sind sehr unterschiedlich, so daß sich ein uneinheitliches Beurteilungsbild ergibt, wenn man alle Kriterien betrachtet - mal liegt die Analog-, mal die Digitalfotografie vorne.

Hier die Übersicht in tabellarischer Form:

Kriterium Film (Negativ / Dia) Digitalkamera
Auflösung o o

Rein zahlenmäßig ist ein von einem guten Kleinbildscanner mit 4000dpi erzeugter Scan einer üblichen Digitalkamera noch überlegen (Dez. 2005). Jedoch scheint die nutzbare Detailauflösung bei Scans aufgrund des sog. "grain-aliasing" an eine physikalische Grenze zu stoßen (dabei handelt es sich um eine "Korn-Vergröberung", die durch Interferenz der Kornstruktur mit dem CCD-Rastermaß des Scanners zu Stande kommt).

Kontrastumfang + / o - / o

Heutige (12/2005) Digitalkameras (Spiegelreflex) sind in diesem Punkt dem Diafilm ebenbürtig, der Negativfilm hat noch einen Vorsprung um ca. 2 Blenden

Farbtreue o o

bei korrekter Handhabung gleichwertig. Das setzt aber sowohl beim Entwickeln/Scannen wie beim Weißabgleich/Fotografieren korrekte Handhabung der Technik voraus.

Verarbeitungszeit - +

Bei der Digitalfotografie stehen die Aufnahmen quasi sofort zur Verfügung

Archivierung (Handhabung) - +

Deutlich einfachere Katalogisierung und erheblich schnellerer Zugriff auf die Dateien bei der Digitalfotografie

Archiv-Festigkeit + --

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sie in 20 Jahren Ihre heute erzeugten Dateien lesen wollen?
Sie sind auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, Ihr gesamtes Archiv alle paar Jahre auf den jeweils aktuellen Datenträger im jeweils aktuellen Dateiformat zu kopieren, anderenfalls haben Sie wenig später ein Problem. (Das ist bereits heute ein großes Thema für z. B. Bibliotheken etc.) Siehe auch diesen Beitrag in Deutschlandradio.
Wenn Sie Daten auf selbst gebrannte CDs/DVDs speichern sollten, dann lagern Sie diese sorgfältig: Raumtemperatur, keine Licht- und Wärmeeinwirkung (Für gebrannte Datenträger gelten NICHT die propagierten Lebensdauern für industriell (mechanisch gepreßte) Datenträger!!)[com! Ausgabe 1/2006].
In diesem Zusammenhang kann ein belichteter Film als leicht zu kontrollierendes Backup-Medium gelten!! (Dann ist zumindest das Motiv noch da, einscannen kann man ja immer wieder, wenn's nötig ist. Ist die Datei aber das Original, dann ist Datenverlust gleichbedeutend mit Totalverlust).

Investitionssicherheit + --

mit den Digitalkameras zieht die Wegwerfmentalität der Computerbranche in die Fotobranche ein, und wenn heute der Hersteller X beschließt, keine Speicherkarten vom Format Y mehr herzustellen, dann werfen Sie ggf. eine Fotoausrüstung für ein paar tausend Euro weg (Speicherkarten haben eine begrenzte Anzahl Lese-/Schreibzyklen!).

Ich habe für mich jedenfalls entschieden: solange ich Filme kaufen kann, bleib ich bei dem, was ich habe (auch, wenn’s mehr Aufwand macht).

Update 2010: Film gibt’s noch, aber der Support für Diascanner geht zur Neige, deshalb ist das Fotografieren auf Film nicht mehr zukunftssicher. Letztlich sitzt immer einer am längeren Hebel :-(

 

 


zuletzt geändert am: 01.09.2010