Farbrichtige Darstellung von Fotografien * bilddateien.de - alles, was mich fotografisch bewegt - Bernhard Albicker
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Farbrichtige Darstellung von Fotografien

Zusammenfassung:

Der Käufer einer Digitalkamera steht ganz schnell vor dem Begriff “Farbraum”, das fängt schon beim Menü der Kamera an: “Soll ich jetzt sRGB oder AdobeRGB einstellen, und was ist das eigentlich?”
Dieser Artikel erklärt in knapper Form die Begrifflichkeiten, um dann daraus Regeln abzuleiten, welche Einstellungen in welcher Situation/Anwendung sinnvoll sind.

Was ist Farbe?

Wenn der Mensch farbige Wahrnehmungen beschreibt, dann geht es dabei um drei Merkmale:

  1. Farbton (gelb, blau, violett …)
  2. Farbsättigung (wie intensiv ist die Farbe, umgangssprachlich ausgedrückt durch Begriffe wie “knallrot”, “quietschgelb”, …)
  3. Helligkeit

Technisch ließe sich jedes dieser drei Merkmale durch eine Zahl repräsentieren und in einer Datei abspeichern, der HSV-Farbraum ist geboren.

Während der HSV-Farbraum bei der Bearbeitung von Bildern tatsächlich eine Rolle spielt, hat er für das Abspeichern von Bildinformationen in Dateien keine Bedeutung. Hintergrund dafür ist es, daß die Wiedergabe von Bildern andere Anforderungen stellt.
Je nach Wiedergabetechnik spielen hier 2 Verfahren eine Rolle:

  1. Aktive Wiedergabegeräte, wie z. B. Monitore oder Beamer, beruhen auf der additiven Farbmischung: Aus drei farbigen Lichtquellen (Rot, Grün, Blau) wird der jeweilige farbige Bildpunkt nach Farbton, Sättigung und Helligkeit “zusammengemischt”.
  2. Bei passiver Wiedergabe, wie z. B. der Darstellung auf Papier, wird subtraktive Farbmischung wichtig: eine Fläche absorbiert durch Beschichtung einzelne Lichtwellenlängen mehr oder weniger, und das übrigbleibende reflektierte Licht repräsentiert dann die wahrgenommene Farbe. Grundfarben dieser Beschichtungen (z. B. Druckfarben) sind Cyan, Magenta und Gelb (CYMK).

Dementsprechend sind Bilddateien ausgelegt auf die Aufnahme von RGB- oder (seltener) CYMK-Daten.

Was ist ein Farbraum?

Wie wir gesehen haben, läßt sich ein Farbeindruck immer durch drei Größen beschreiben: Helligkeit, Farbton und Farbsättigung oder die jeweilige Stärke der drei Grundfarben Rot, Grün, Blau für Display-Wiedergabe oder eben Cyan, Magenta und Gelb für Druckwiedergabe.
Diese drei Größen lassen sich auf den drei Achsen eines Koordinatensystems auftragen, es entsteht ein dreidimensionaler Ort der jeweiligen Farbe. Die Gesamtzahl aller Farben bildet dann einen dreidimensionalen Körper, einen “Raum”, den Farbraum also.

In der Praxis spricht man von 2 Gruppen von Farbräumen, die man unterscheidet anhand

  1. der drei Größen, die die Farbe bestimmen: RGB-, CYMK-Farbraum für Wiedergabegeräte, RGB-, HSV-, HSL-Farbraum für die rechnerinterne Darstellung bei Bildbearbeitung.
    Hier werden den jeweiligen Größen, z. B. den 3 Farbkanälen Rot, Grün und Blau für den RGB-Farbraum, die 3 Achsen x, y, z zugeordnet, alternativ wären das die Werte für Helligkeit, Sättigung und Farbton für den HSV-Farbraum.
  2. der Menge der darstellbaren Farben: sRGB-, AdobeRGB-, ECI-RGB-, ProPhotoRGB-Farbraum und eine Reihe anderer.
    Diese definieren jeweils eine Teilmenge aller möglichen Farben und legen in einem Profil (siehe nächster Abschnitt) die Skalierung fest, wie die jeweiligen Grundfarben zu den Bit-Werten in einer Datei zugeordnet werden.

 

 

… wird fortgesetzt …

 

 


zuletzt geändert am: 20.11.2016