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Corona, kleine Vögel und das Monopod

veröffentlicht am 12.12.2021 in * ALLGEMEINES * FOTOGRAFIEREN * FOTOTECHNIK *

Wer im gebirgigen Gelände unterwegs ist mit schweren Tele-Objektiven, der überlegt sich bald, ob es nicht eine Alternative zu dem in diesem Gelände schwer zu handhabenden klassischen 3-Bein-Stativ gibt.

Gibt es schon, nennt sich Einbein-Stativ oder Monopod - und hat in der Handhabung so einige Besonderheiten.

Das Einbeinstativ

Feisol CM-1471

Vor 6 Jahren hatte ich mich entschlossen, es aus den obigen Gründen mit einem Einbein-Stativ zu versuchen. Damals bestand meine Standard-Ausstattung aus der Nikon D800 incl. Batteriegriff, einem 2.8/400mm Objektiv und ggf. einem Konverter. Alles in allem ca. 6 … 6,5kg.
Aufgrund dieses Gewichtes hatte ich mich zur Anschaffung eines entsprechend stabilen Monopods entschlossen:

Feisol CM-1471 Einbeinstativ

Das Feisol hat einen Außendurchmesser von 37mm - gemessen am obersten Rohrsegment - und schien mir alle Voraussetzungen mitzubringen, stabil arbeiten zu können.

Monopod - gewöhnungsbedürftig …

Nun - die Erfahrungen waren durchwachsen, in der Praxis gelang es mir nie vollständig, eine ständige leichte seitliche Pendelbewegung des gesamten Aufbaus beim Fotografieren zu verhindern.

Ergebnis: ich legte das Stativ wieder weg … Aber dann kam Corona …

Einbeinstativ - zweiter Anlauf …

Inzwischen hab ich auch ein handliches 5.6/500mm-Objektiv im Einsatz, das mit Kamera ca. 2.5kg auf die Waage bringt. Und in Corona-Zeiten reise ich weniger gezielt irgendwo hin, sondern habe Kamera/Objektiv “schussfertig” im Köcher bei Spaziergängen durch heimische Wald und Flur dabei.

Der Arm wird schwer: langes Warten und/oder wenig Licht

Tagsüber sind Aufnahmen von Vögeln aller Art kaum ein Problem auf freiem Feld oder am Wasser. Anders sieht es dann schon im Wald aus, insbesondere im späten Frühjahr, wenn die Bäume wieder dicht belaubt sind.

Ein Beispiel - zunächst freihand

In so einer Situation kamn mir ein Haubenmeisen-Pärchen beim Nestbau vor die Linse - hier ein “Ganzkörper-Porträt”:

Model auf'm Laufsteg?

Bei näherem Hinsehen zeigt sich deutlich Rauschen, und auch die Federstruktur rund ums Auge sieht nicht wirklich “durchgezogen” aus, eher diffus an einigen Teilstellen.

Ausschnitt - ISO 1600

Das Ganze nochmal: mit Einbein-Stativ

Für die ersten Tests verwendete ich den vor vielen Jahren umgebauten Manfrotto 352RC-Kopf, zwei Tage später entstand dann diese Aufnahme:

Aufnahme mit Monopod

Erkenntnisse:

Die deutlich stabile Auflage für die Kamera ermöglicht nunmehr:

Und all das zeigt sich mehr als deutlich im vergrößerten Ausschnitt der späteren Aufnahme:

Längere Belichtungszeit, ISO 200
Ausschnitt in 100%-Anzeige

Stativkopf für das Monopod - Leofoto VH-10

Eigenschaften

Für Einbein-Stative gibt es spezielle Stativ-Köpfe, die das Arbeiten deutlich erleichtern. Das sind sog. 1-Weg-Neiger, die sich in genau einer Richtung kippen lassen: nach oben und unten in Sicht-Richtung.

Nach einiger Recherche habe ich mich für das Modell VH-10 von Leofoto entschieden:

Leofoto VH-10

Warum diese Entscheidung?
In der engeren Wahl war auch noch ein Kopf von Sirui in ähnlicher Preislage. Und dann gibt’s da noch die Modelle von Kirk, Markins, Really Right Stuff etc. ab etwa dem doppelten Preis der hier diskutierten Modelle.

Leofoto VH-10

Sowohl der Kopf von Sirui als auch der von Leofoto weisen einen großen griffigen Drehknopf auf, der schnelles und präzises Feststellen des Neigungswinkels erlaubt. Über die Kunststoff-Unterlegscheiben der Achse ist auch sichergestellt, daß sich die Friktion dosieren, also der Widerstand bei der Kipp-Bewegung nach oben oder unten einstellen läßt.

Leofoto VH-10 - Draufsicht Arca-Swiss-kompatible Klemme

Was den Leofoto aber gegenüber den anderen Köpfen auszeichnet - das ist die drehbare Stativklemme (Arca-kompatibel). So kann man schnell wechseln zwischen den beiden Fällen

Praktische Erfahrungen

Mit diesem maximal flexiblen Einbein-Stativkopf hat sich auch das Problem des zuvor genutzten Kugelkopfes erledigt: bei der Handhabung schwererer Objektiv-Kamerakombinationen bestand immer die Gefahr des seitlichen Abkippens beim Lösen der Feststellschraube.

Und was ist aus dem eingangs erwähnten “seitlichen Pendeln” der Kamera-Objektiv-Kombi geworden, die mich lange nicht warm werden ließ mit dem Einbein?
Nun, mit dem 5.6/500mm “Taschentele” von Nikon ist das kein Thema mehr bei korrekter (und mit diesem Kopf sicherer) Kamerahaltung: Linke Hand auf die Objektivblende, rechte Hand an der Kamera (am rechten Griff mit Auslöser und Blende/Zeit-Einstellrad), also in gleichem Abstand vor und hinter der “Drehachse Einbeinstativ” (und genau das hab ich mich mit dem Kugelkopf zuvor nicht getraut, was die Ursache für das Problem war).

752 Worte - Lesezeit: 4 Minute(n)

 

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Disclaimer

Ich kaufe mein fotografisches Werkzeug beim Fotohändler meiner Wahl/meines Vertrauens als normaler Kunde. Wenn ich hier über das von mir eingesetzte Material schreibe, dann geht es dabei um die Erfahrungen, die ich in der praktischen Arbeit damit sammle.

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