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Taschenkamera 2019 - was macht der Minox-Ersatz?

veröffentlicht am 12.12.2019 in * FOTOTECHNIK *

Ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder beschrieben, daß ich ganz gerne einen halbwegs adäquaten Ersatz für meine damals in analogen Zeiten genutzte Taschenkamera Minox 35GT hätte. Nun habe ich auch die Olympus PEN ausgetauscht …

Nach wenigen Jahren muckte also das Kit-Objektiv an der Olympus E-P3 rum. Was tun? Neues Objektiv? Ich beschloß, das Gehäuse für Sonderanwendungen (z. B. Sonnenfinsternisse oder Video-Anwendungen) aufzubewahren und mich nach einer besseren Immer-dabei-Kamera umzusehen.

Ein Nachfolger für meine Olympus PEN E-P3

Die Kern-Kriterien: eigentlich nix Neues:

Und da wurde es dann schon seeehr eng …

Eigentlich gibt es mit diesen Anforderungen nur zwei Modelle: die Sony RX-100 in den verschiedenen Entwicklungsstufen oder die Panasonic DMC-LX100 oder deren Nachfolgemodell DMC-LX100 II.

Die Sony hab ich dann wegen der Fummelei mit dem ausziehbaren Sucher und dem kleineren Sensor wieder verworfen, blieb die Panasonic, und hier aus Kostengründen (für mich hatte die neue Version nicht den Mehrwert, der den Aufpreis rechtfertigen würde) die erste Version.

Datenvergleich zwischen Panasonic DMC-LX100 und Olympus E-P3:

Eine Besonderheit der Panasonic besteht darin, daß sie den µFT-Sensor, der eigentlich 16MP hat, nicht ganz ausnutzt. Damit ist der Crop-Faktor auch nicht exakt 2, sondern liegt bei etwa 2,2 (aber immer noch weit weg von den 2,7 des 1”-Sensors).
Auf der anderen Seite erreicht Panasonic damit, daß die effektive Auflösung beim Umschalten des Bildformats von 4:3 auf 3:2 oder auch 16:9 konstant bleibt: Wenn das Bild flacher wird, kann es dafür breiter werden … einfach, aber wirkungsvoll.

  1. die äußeren Werte

    Modell Sensor Abmessungen BxHxT Gewicht
    Olympus PEN E-P3 µFT 122 x 69 (zzgl. Sucher) x 34 mm
    (zzgl. Objektiv 61mm)
    321 g (o. Batt.)
    + 190 g Obj.
    Panasonic DMC-LX100 µFT 114,8 x 66,2 (incl. Sucher) x 55,0
    (incl. Objektiv) mm
    393 g kpl.
    z. Vgl.: Minox 35 GT “FX” 100 x 61 x 31mm (brutto) 190 g + Film
    Panasonic DMC-LX100
    Vergleich mit Olympus PEN E-P3

     

    Panasonic DMC-LX100
    Vergleich mit Olympus PEN E-P3
  2. die inneren/fotografischen Werte

    Modell Auflösung Objektiv Sucher
    Olympus PEN E-P3 13,1 MP 3.5-5.6 / 14-42mm Kit (28-84mm KB) - (opt.)
    Panasonic DMC-LX100 12,8 MP 1.7-2.8 / 10,9-34mm
    (24-75mm KB-äquivalent in 4:3, 3:2, 16:9)
    x
    z. Vgl.: Minox 35 GT analog 2.8 / 35mm x

Und wie bewährt sich die Panasonic DMC-LX100 in der Praxis?

Hier einige Punkte, die mir in den ersten Wochen des Einsatzes aufgefallen sind:

  1. Es ist eine tolle Sache, wenn man einfach die Kamera in die Hand nehmen, einschalten und durch den Sucher gucken kann, ohne diesen erstmal auf feste Kontaktierung prüfen zu müssen … 👍.
  2. Bedienkonzept: ich finde es genial, wenn ich auf die wichtigen Funktionen (Belichtungszeit, Blende, hier auch Belichtungskorrektur) direkt durch Schalter und Drehräder zugreifen kann, ohne erst das Menü bemühen zu müssen. Die Panasonic hat am Objektiv einen Blendenring - fast wie früher 👍.
  3. Das AF-Feld läßt sich sowohl örtlich stufenlos schieben als auch in der Größe ändern 👍.
  4. Die “Neue” hat nicht mal die Hälfte des Olympus-Kits von damals gekostet … 👍. Und: nur ein neues Objektiv für die Olympus hätte auch schon 2/3 dieses Preises gekostet, ohne die anderen Ärgernisse (Sucher etc.) zu beseitigen.
  5. Ich fotografiere in reinem RAW. Und da scheint es so zu sein, daß die Panasonic in der RAW-Datei ein Vorschau-JPG in HD-Auflösung ablegt und nur dieses bei der Bildkontrolle anzeigt. Daraus ergibt sich, daß eine wirkliche Schärfekontrolle nicht möglich ist, schon ab der zweiten Vergrößerungsstufe zeigen sich Artefakte anstatt evtl. Unschärfen im Bild 👎.
  6. Ich dachte immer, ein Vorteil der Spiegellos-Technik sei, daß man im Sucher allerhand Hilfen einblenden könnte - es ist mir nicht gelungen, eine Überbelichtungswarnung zu aktivieren (in der Bildkontrolle nach der Aufnahme geht das schon) 👎.
  7. Selbst meine Olympus hatte permanent eine ganz kleine quadratische halbhohe Arca-Swiss-Platte angeschraubt.
Kleine Arca-Platte an der Olympus E-P3
Panasonic ist in der Lage, das Stativgewinde so nahe an das Batterie-/Speicherkartenfach-Deckel-Scharnier heranzurücken, daß das völlig unmöglich ist 👎.
Panasonic DMC-LX100
Ungünstige Lage des Stativgewindes

Fazit

Trotz der genannten Schwachpunkte scheint diese Kamera derzeit der beste Gesamt-Kompromiß zu sein, wenn es um das Thema “vernünftige Kamera für die Jackentasche” geht (alles, was mit Aufstecksucher daherkommt, ist entweder zu sperrig oder ich muß ständig “pfriemeln” mit dem zusätzlichen Teil …).

711 Worte - Lesezeit: 4 Minute(n)

 

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Disclaimer

Ich kaufe mein fotografisches Werkzeug beim Fotohändler meiner Wahl/meines Vertrauens als normaler Kunde. Wenn ich hier über das von mir eingesetzte Material schreibe, dann geht es dabei um die Erfahrungen, die ich in der praktischen Arbeit damit sammle.