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Weißabgleich-Einstellungen kameraspezifisch für darktable ermitteln

veröffentlicht am 20.01.2019

Kameras haben Voreinstellungen für den Weißabgleich (Sonne, Schatten, bewölkter Himmel, Kunstlicht, …), die sich auch direkt auf die in der Kamera erzeugten JPG-Dateien auswirken.

Bei RAW-Dateien ist das anders, dort werden die Sensordaten unverändert abgespeichert. Nun ist es komfortabel, im RAW-Konverter auf die Kameravoreinstellungen zurückgreifen zu können. Auch darktable bietet diese Möglichkeit:

Auswahlmenü für Weißabgleich in darktable

Aber: weil diese Einstellungen kameraspezifisch sind, müssen sie für jedes Kamera-Modell neu ermittelt werden. An dieser Stelle sind die Entwickler auf die Hilfe der Nutzer angewiesen, denn natürlicherweise kann ein freiwilliges Projekt nicht alle Kameras der Welt kaufen und vermessen. Wer also eine Kamera besitzt, die in dieser Hinsicht noch nicht unterstützt wird (also hier (etwas runterscrollen) fehlt), kann den nachfolgend beschriebenen Schritten folgen und mithelfen.

Das Darktable-Blog sagt dazu:

Das bedeutet, dass Sie die Voreinstellungen für den Weißabgleich der Kamera in der Benutzeroberfläche von Darktable auswählen können. Die Voreinstellungen für den Weißabgleich Ihrer Kamera sind praktisch, sie sind unkritisch. Aber wenn sie fehlen, können Sie sie beitragen:

Aktualisieren Sie die Kamerafirmware (verwenden Sie einen vollen, bekannten, zuverlässigen Akku), beachten Sie, dass sie Ihre Kamera beschädigen können, wenn Sie unsachgemäß damit arbeiten. (Die neueste Firmware ist vorzuziehen, aber nicht kritisch, wenn Sie sich mit den Risiken des Upgrades Ihrer Kamera nicht wohl fühlen, sollten Sie es nicht versuchen.)

Nehmen Sie für die einzelnen Weißabgleichsvorgaben der Kamera jeweils eine einzige Rohdatei auf (stellen Sie sicher, dass Sie keine Weißabgleichs-Feineinstellung aktiviert haben) (Bildinhalt spielt keine Rolle) (dies sind in der Regel 5-10 Aufnahmen).

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

Erstellung von Weißabgleichs-Presets für darktable

Vorbereitungen

Sind die erforderlichen Bilder im RAW-Format erstellt (siehe Beschreibung oben), dann werden von einem Hauptverzeichnis ausgehend, z. B. ~/Bilder/, zwei Pfade mit Unterverzeichnissen angelegt. Im ersten, z. B. ~/Bilder/rohdateien_wb-presets/ liegen die RAW-Dateien

$ ls
20190116_n5x0021.nef  20190116_n5x0024.nef  20190116_n5x0027.nef 20190116_n5x0022.nef  20190116_n5x0025.nef  20190116_n5x0023.nef  20190116_n5x0026.nef

Nun wird von der Projektseite von darktable das Script extract_wb geöffnet, dessen Inhalt kopiert und in eine Datei in ebenfalls diesem Verzeichnis kopiert.

Dann sieht der Verzeichnisinhalt so aus:

./rohdateien_wb-presets:
20190116_n5x0021.nef  20190116_n5x0023.nef  20190116_n5x0025.nef   20190116_n5x0027.nef  20190116_n5x0022.nef  20190116_n5x0024.nef  20190116_n5x0026.nef  extract_wb

Manuell wird der folgende Pfad unterhalb ~/Bilder/ angelegt:

~/Bilder/src/external/rawspeed/data

und in diesem Verzeichnis eine Datei cameras.xml erstellt. Diese muß vorhanden sein, weil das Script sonst eine Fehlermeldung ausgibt. Ihr Inhalt kann hier gefunden werden.

Notwendige Software installieren

Das Script ist in der Programmiersprache Ruby geschrieben. Daher muß der Interpreter für diese Sprache auf dem Rechner installiert sein. Auf Debian/Ubuntu/Mint-Rechnern kann man das durch den Befehl

$ sudo apt install ruby

tun.

Das Script benötigt dann noch das Zusatzmodul nokogiri und einige Abhängigkeiten. Wie das hinzugefügt werden kann, steht in der Hilfe-Seite für die unterschiedlichen Betriebssysteme erläutert, für die oben beschriebenen Systeme gilt:

$ sudo apt-get install build-essential patch ruby-dev zlib1g-dev liblzma-dev

und anschließend

$ sudo gem install nokogiri

Script ausführen

Im Dateimanager wird mittels Rechtsklick auf das Script extract_wb im Reiter “Berechtigungen” die Ausführberechtigung für den Besitzer aktiviert. Dann kann das Script im Terminal gestartet werden (vorher im Terminal in das richtige Verzeichnis wechseln):

$ cd ~/Bilder/rohdateien_wb-presets
~/Bilder/rohdateien_wb-presets $ ./extract_wb

Das Script liefert als Ausgabe am Beispiel der Nikon D500:

  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", DirectSunlight      , 0, { 2.271484375, 1, 1.526855469, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", Shade               , 0, { 2.876464844, 1, 1.242675781, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", Cloudy              , 0, { 2.452636719, 1, 1.384765625, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", Incandescent        , 0, { 1.431640625, 1, 2.411621094, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", CoolWhiteFluorescent, 0, { 2.032714844, 1, 2.232910156, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", Flash               , 0, { 2.592773438, 1, 1.320800781, 0 } },
  { "NIKON CORPORATION", "NIKON D500", "5000K"             , 0, { 2.216308594, 1, 1.577148438, 0 } },

Ergebnisse dem darktable-Team melden

Hierfür gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Im Ticketsystem in der Rubrik “Camera Support” ein “Fehler”ticket erstellen, hier ein Beispiel - das ist die einfachere Variante.
  2. Der Programmcode von darktable wird in github verwaltet.
    Die Werte für die Weißabgleichs-Presets liegen in der Datei src/external/wb_presets.c Link und können dort editiert werden (Bleistift-Symbol rechts oben).
    Das erzeugt einen sog. “Pull-Request” - eine Mitteilung geht an den zuständigen Entwickler, der die Änderung prüft und ggf. über die Kommentarfunktion Rückfragen stellt. Wenn alles in Ordnung ist, gibt er die Änderung frei für ein zukünftiges Programmupdate.

698 Worte - Lesezeit: 4 Minute(n)

 

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