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darktable ist nicht Lightroom

veröffentlicht am 09.02.2018

Vor Jahren erschien einmal ein Artikel mit dem Titel Linux != Windows (Linux ist nicht Windows), und wenn ich - insbesondere, seit auch eine Windows-Version veröffentlicht wurde - die eine oder andere Review über darktable lese, dann denke ich, es ist an der Zeit, auch hier mal was richtig zu stellen: darktable ist wirklich nicht Lightroom, und will das auch nicht sein.

Matthieu Moy hat einen Artikel in französischer Sprache veröffentlicht, der sich primär mit den Neuerungen der Version 2.4 befaßt, aber auch eine gute Einleitung enthält, was darktable ist und beabsichtigt.

Diesen Teil gebe ich hier in einer Übersetzung wieder:

Einleitung

Darktable ist eine freie Software, die seit 2009 von Johannes Hanika, dann Tobias Ellinghaus und jetzt 215 Mitwirkenden, Autoren von 20.191 Commits (= Code-Beiträgen) bis heute entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Rawspeed-basierte Sensor-Rohbildkatalogisierungs- und Entwicklungssoftware (RAW-Software), die eine vollständige Farbmetrikverwaltung (Eingabe-, Ausgabe- und Anzeigeprofile, Gamut-Softproofing und Visualisierung) sowie die Verwaltung einer Vielzahl von RAW-Formaten (mehr als 550 betreute Formate, darunter Fuji X-Trans und Leica Monochrome-Sensoren) umfasst, optische Verzeichnungskorrektur über die Lensfun-Bibliothek (902 verwaltete Objektive) und Grafikprozessorberechnung über OpenCL beherrscht.

Im Laufe der Zeit hat das Programm periphere Funktionalitäten erlangt. Dazu gehört die Möglichkeit, eigene cLUT-Farbprofile aus Mustern (ColorChecker-Typ) oder JPG-Dateien (direkt aus der Kamera) zu generieren, erweiterte Import-Export-Module in Lua zu skripten (z.B. HDR-Fusion über Enfuse, Export nach Hugin, automatische Erstellung von Kontaktabzügen und Diashows). Es enthält auch ein Druckmodul, mit dem Farbprofile für CUPS-unterstützte Drucker erstellt werden können. Es ist auch mit GIMP als Plugin kompatibel. Nach und nach wird es mit Funktionen angereichert, die mehr eine Frage der zerstörungsfreien Retusche sind als die einfache Entwicklung digitaler “Negative” (siehe unten).

Oftmals verglichen mit Adobe Lightroom wegen der Ähnlichkeiten der Benutzeroberfläche, unterscheidet es sich von Adobe Lightroom darin:

  • die Möglichkeit, komplexe Masken (parametrisch und/oder gezeichnet, mit booleschen Operationen) zu erstellen, um den Anwendungsbereich der Module einzuschränken;
  • die native Möglichkeit, die Farbwiedergabe eines (analogen) Films oder einer Kamera-JPG-Datei zu emulieren;
  • die Fähigkeit, die meisten Module zu duplizieren, zu klonen oder zu stapeln;
  • native Verwaltung von HDR und Tonanpassung (von einem oder mehreren Fotos) und Unterstützung für die Ein- und Ausgabe von gesampelten Bildformaten bis zu 32 Bit pro Kanal;
  • eine oft nacktere Methode, mit Optionen, die näher am zugrunde liegenden Algorithmus liegen und manchmal weniger intuitiv sind;
  • eine Gemeinschaft von Entwicklern, in der die bedeutende Präsenz von Akademikern die regelmäßige Hinzufügung von Algorithmen garantiert, die sich aus der jüngsten Forschung ergeben.

Eine seltene Tatsache für einen RAW-Konverter: es enthält auch ein “Verflüssigen”-Modul, das es erlaubt, Pixel auf die gleiche Weise wie der Photoshop-Fluiditätsfilter zu bewegen, aber auf eine zerstörungsfreie Art und Weise, indem man die Vektoren eingibt. Allerdings ist seine Verwendung etwas komplexer und weniger reaktionsfreudig als die Photoshop-Version, die aber dafür keine Auswirkungen auf die Rohdaten hat.

Darktable wird unter der Haube in C/C++ mit der GTK 3 Grafikbibliothek für die Schnittstelle codiert und unter der GNU GPL v3 Lizenz veröffentlicht. Es führt eine interne Bildverarbeitung mit 32-Bit Fließkommazahlen durch.

 

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